Gesetz für faire Verbraucherverträge
Um das "Gesetz für faire Verbraucherverträge" gibt es in der Großen Koalition keine Einigkeit
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Eins vorab: Natürlich bin auch ich für faire Verbraucherverträge. In einem (leider undifferenzierten) Handelsblatt-Beitrag vom 10.11.2020 wird der Fakt, dass die CDU gegen den seit Januar 2020 feststeckenden Entwurf für ein »Gesetz für faire Verbraucherverträge« (darum geht es → siehe damalige Pressemitteilung) votiert, recht eindimensional präsentiert − zugegeben auch mit einer unglücklichen »Corona-Argumentation« von CDU-Mitglied Luczak garniert.

Der Beitrag lässt die Lesart zu, als sei die CDU gegen faire Verträge, gegen das Verhindern von Abzocke und Kostenfallen − was ich für unglücklich und undifferenziert halte. Oder eben schlichtweg für falsch.

Gegen das Gesetz zu sein, heißt auch, für faire Verbraucherverträge zu sein

Denn nicht automatisch ist jemand, der (wie ich) den Gesetzesentwurf mit Gutmenschen-Überschrift ablehnt, im Detail gegen faire Verträge, im Gegenteil.

Für unseren Teilausschnitt der Mobilfunkverträge, die auf 12 Monate limitiert werden sollen, würde sich dies dramatisch auswirken, und zwar im Bundle-Geschäft:

Neue Smartphones, die oft subventioniert angeboten werden, würden dadurch nicht mehr zu diesen Konditionen möglich.

Es gibt eben gute Gründe, gegen das Gesetz für faire Verbraucherverträge in der jetzigen Form zu sein, eben weil einem Fairness am Herzen liegt:

Unsere Position haben wir ja schon des Öfteren dargelegt:

  • Lasst Vebraucher*innen doch die Wahlfreiheit: Schon jetzt gibt es ein großes Angebot an Verträgen mit und ohne Laufzeit
  • Schraubt an der Kündigung: Eine automatische Verlängerung in sich nach 2 Jahren verteuernde Verträge um weitere 12 Monate muss vom Tisch, sollte durch maximal 3 Monate Verlängerung ersetzt werden − oder besser noch mit einer nach Ablauf der Mindestlaufzeit generell monatlichen Kündbarkeit für alle Verträge
  • Führt einen Kündigungsbutton (endlich) ein

Dagegen zu sein heißt nicht gegen Abzocke zu sein

Wir sind gegen den Entwurf in seiner jetzigen, undifferenzierten Form, weil wir für faire Verbraucherverträge sind. Fair ist für uns, wenn Verbraucher*innen selbst entscheiden können, ob sie Rabatte und günstige Smartphones wahrnehmen wollen, unfair, wenn künftig die (faulen) Nicht-Vergleicher dafür sorgen, dass diejenigen, die akkurat nach günstigen Tarifen suchen, benachteiligt werden.

Aber: Wir beziehen uns hier nur auf einen Teilaspekt, nämlich die Angebotsgestaltung. Dass Abzocke am Telefon usw. ein Riegel vorgeschoben werden muss − so blöd ist wohl kein Abgeordneter, das zu negieren.

Falsche Argumente, richtige Entscheidung

Zurück zum Handelsblatt-Beitrag: Für mich ist die Headline »Union blockiert SPD-Gesetz gegen Kostenfallen« leider zu reißerisch gewählt. Denn die CDU ist ja nicht gegen Kostenfallen per se, sondern gegen Teilaspekte.

Dass der Abgeordnete Luczak dann aber mit der Corona-Keule um die Ecke kommt, ist argumentatorisch dann aber leider ganz dünnes Eis. Zumindest für den Mobilfunksektor.

Ohnehin sollte viel stärker differenziert werden: Zweijahrestarife für Fitnessstudios und Mobilfunk können nicht identisch bewertet werden.

Daniel
Tarif-Experte / findet sein iPhone 7 (256 GB) total ausreichend - und die congstar Allnet-Flat (10 GB) für 16,25 € mtl. sowieso / ist mit seinem Tarif komplett überversorgt und versurft selten sein komplettes Datenvolumen / mag keine langen Fußnotentexte / empfiehlt bei den Smartphonefreunden nur das, was er auch guten Freunden rät
Diskutiere mit uns und anderen!

Wie fair findest du ein Gesetz für faire Verbraucherverträge?

2 KOMMENTARE

  1. Ja Daniel…

    was ist schon…“fair…?“

    Fair…ist immer , wenn zwei Parteien, einen gemeinsamen Nenner finden,
    das oft auch…. mit entgegenkommenden Kompromissen endet.

    Du schreibst von „Verbraucherverträge“ die sich aber wesentlich, von den „Mobilfunkverträgen“ unterscheiden, ein „Fitness Vertrag im Studio“ ist für mich,
    etwas ganz anderes, als ein Handy Vertrag im System von einem sogenannten „BUNDLE“

    Würden diese, auf die „Erstlaufzeit“ von 24 Mon. auf nur noch 12 Mon. begrenzt,
    wer oder was, würde dann die …horrenden hohen… Aufzahlungen…. für ein
    Smartphone noch bezahlen…?

    Diese Begrenzung, auf 12 Mon. ,würde in der Kürze , das komplette …AUS… in der Mobilfunk-Branche, für die..“ quersubventionierten“.. Bundle mit einem Smartphone bedeuten.

    Jeder von uns…kann sich, über den „EFFEKTIV PREIS“ ( in Summe der Gesamtkosten) das angebote Bundle, vergleichen und sich frei und unabhängig entscheiden:
    „…Schließe ich diesen Mobilfunkvertrag über 24 Monate ….ab..? JA oder NEIN..!

    Brauchen wir wirklich…alles reglementiert…und per „Gesetz“ erlassen…?
    Ich glaube… NICHT…da wir im „Großen und Ganzen“ eigentlich mündige Bürger sind.

    Ich bin zu 100 % bei Dir, auch mit deinen Vorschlägen, stimme ich überein
    und schließe mich, deiner Meinung an.

    Daniel was glaubst Du….für die Mobilfunk Verträge…?

    „Ist das Thema….politisch..von Tisch…?“ oder gibt die Verbraucherschutz und Justizministerin Christine Lamprecht ( SPD) …NICHT auf..?
    mit ihren 12 Mon.- Verträgen..? auch für den Mobilfunk…?
    “ …Ein… heißes… Eisen…!“

    Es grüßt Euch alle der 📱güdi📱

    • Ja, also vom Tisch wird es hoffentlich nicht sein – aber vielleicht besser ausdiskutiert, eben weil Verbrauchervertrag nicht gleich Verbrauchervertrag ist. Das wäre jedenfalls wünschenswert. Aktuell herrscht leider noch der Irrglaube vor, dass Bundles eine Benachteiligung darstellen und kürzere Laufzeiten zwangsläufig zu sinkenen Preisen führen – aber SIM-only für eine Gesamtregelung zu betrachten ist einfach zu kurz gedacht. Ich glaube, dass hier einzig und allein mangelnde Sachkenntnis / Beratung im Verbraucherschutz vorliegt, was dann mit plakativen Begriffen wie „Abzocke“ pauschal abgestraft wird. Tarife, wie Du sie jetzt hast, würden mit 12-Monats-Tarifen definitiv nicht mehr möglich, das schätzt du richtig ein.

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