Funkloch Deutschland: 11 Prozent der Fläche unterversorgt
Funkloch Deutschland: 11 Prozent der Fläche unterversorgt
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🦉 Das Wichtigste
  • Die netztechnisch gar nicht oder schlecht abgedeckte Fläche Deutschlands entspricht Zusammengenommen ...
  • ... den Flächen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.

Wie kann es sein, dass sich 2021 noch 11 Prozent der Fläche Deutschlands im Funkloch befindet? 3,8 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands befinden sich im Funkloch. Dem Spiegel liegen die Zahlen der Bundesnetzagentur zu den Handynetzen in Deutschland vor.

Angeblich sind demnach fast 4 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands nicht von einem der drei Mobilfunknetze mit mindestens UMTS versorgt. Weitere 7,2 Prozent werden von nur einem einzigen Netzbetreiber abgedeckt (graue Flecken).

Zeit, sich mal wieder zu wundern. Aber so richtig.

11 Prozent der Fläche Deutschlands ohne oder mit schlechtem Empfang

Die Netzbetreiber haben sich an Auflagen zu halten: 98 Prozent aller Haushalte sollen mit LTE versorgt sein, 100 Prozent aller Bahnstrecken und Autobahnen (allein dort fehlen 550 Funkmasten, die Netzagentur überprüft deshalb gerade mögliche Strafen).

Die Auflagen betreffen jedoch nicht die flächenmäßige Abdeckung. Und da setzt nun der Bericht der Bundesnetzagentur an, der dem Spiegel vorliegt:

  • Kein Netz fĂĽr fast 4 Prozent (3,8 Prozent, um genau zu sein) von Deutschland (weiĂźe Flecken)
  • schlechtes Netz fĂĽr weitere 7,2 Prozent der Fläche (graue Flecken)
  • ergibt 11 Prozent der Fläche mit schlechter Abdeckung
  • das entspricht zusammengenommen den Flächen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig Holstein. Plus Rest.

Graue Flecken, das bedeutet, dass lediglich ein Netz an diesem Standort ausgebaut ist. Telekom-Kund*innen haben dort etwa Empfang, mit Vodafone-Vertrag sieht’s dagegen anders aus.

Das ist ein erhebliches Problem im Jahr 2021. Denn: Auch wenn die Besiedlung nicht sehr dicht ist, auch auf dem Land leben Menschen, die vielleicht aus der 98-Prozent-Abdeckung-Regel herausfallen.

Deutschland 2021: Eigentlich immer im Funkloch

Klar, normalerweise nutzt du mit Handyvertrag genau ein Netz. Und dann kommt schnell das Gefühl auf, sich genau in den 3,8 Prozent der Fläche aufzuhalten, die nicht ausreichend ausgebaut ist. Ich selbst bin im Corona-Jahr sehr wenig herumgekommen. Aber:

  • beim Wandern ist in vielen Fällen Funkstille, nach wie vor
  • im Garten meiner Eltern am Rande einer Kleinstadt ist nix mit Netflix gucken und surfen

Heikel gerade letzter Fall: Hatte ich doch vor meinem letzten Besuch extra die Mobilfunk-Netzkarte der Bundesnetzagentur konsultiert und festgestellt: Yeah, endlich 4G, auch dort! Vor Ort angekommen, dann die ErnĂĽchterung: Von wegen Fortschritt. Und das ist kein Einzelfall, wenn ich dann mal in die Kommentarspalten diverser Nachrichtenportale schaue.

Das Ganze lässt sich natürlich noch weiterspinnen, wenn denn schon die Lieblingsargumente der Ist-doch-gut-so-wie-es-ist-Fraktion kommen (beim Wandern sollste die Natur genießen, im Garten kannste doch WLAN nutzen – eh nein, kein WLAN im Garten und ja, die Natur kann ich genießen, noch besser klappt’s allerdings, wenn ich zwischendurch Infos über besuchte Orte abrufen oder mal ’n Foto an Daheimgebliebene senden könnte).

Allein schon Land- und Forstwirte dürften ein Interesse an besserem Empfang haben, spätestens wenn dann mit 5G alles noch toller und besser vernetzt ist.

Dürfte auch etwa für den Windpark gelten, der dann demnächst auf’m Land entstehen soll. Handyempfang verzichtbar, die Räder drehen sich ja auch ohne?

Hmpf, in Zukunft verändert sich Technik, wird wohl noch mehr, noch bessere Vernetzung erfordern. Überhaupt ist doch die Verfügbarkeit von Empfang gerade für Firmen (und damit für die Schaffung von Arbeitsplätzen) ein wichtiges Kriterium.

Netzausbau sollte nicht nach Haushalten, sondern in der Fläche erfolgen!

Den Menschen mit Handyvertrag ist es letztendlich egal, ob sie sich in einem grauen oder weiĂźen Flecken befinden. Kein Empfang ist doch jedes Mal das Resultat. Klar, kannst du nun mit Dual-SIM argumentieren.

Mehrere Verträge parallel, um zumindest die grauen Flecken mitzunehmen? Warum sollen den Nutzenden doppelte Kosten aufgebrummt werden, weil der Netzausbau seit Jahren (!) nicht so fortschreitet, wie es von einem hochindustriell entwickelten Land erwartet wird.

Es bleibt doch dabei: Du hast unter’m Strich nur sehr wenige Möglichkeiten, den Handyempfang zu verbessern.

Anfang des Jahres hatten die Netzbetreiber vollmundig die Graue-Flecken-Initiative angekĂĽndigt. Der Empfang soll sich deutlich verbessern, dafĂĽr wolle man sogar zusammenarbeiten. Wow. Und, wo sind die Fortschritte?

Fakt ist: 2021 sind 11 Prozent Deutschlands mobilfunktechnisch unterversorgt. Und das sollte sich ändern. Schleunigst. Allerdings: Auch die 5G-Versorgungsauflagen sprechen von der Versorgung der Haushalte, nicht nach Fläche. Und das könnte noch problematisch werden.

ĂĽberSpiegel (Abruf zuletzt am 9.6.2021)
Gaming-Smartphone oder Foldable? Steffi beobachtet gern, was sich abseits des Handy-Mainstreams so tut und versorgt ihre Freunde mit jeder Menge Tipps rund ums Smartphone. Ihr erstes Handy? Ein Nokia 3310! Seitdem hat sie die unterschiedlichsten Modelle durchprobiert - nach Windows Phone (ein kurzes Prepaid-Intermezzo) und iPhone (als Vertragshandy) ist aktuell ein Androide in Betrieb.
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Wie sieht's bei dir mit grauen oder weißen Flecken aus? Bist du von Funklöchern betroffen?

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