Kostenfalle Handytarif? So vermeidest du Stress & Abzocke beim Handyvertrag!

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zuletzt aktualisiert: 13. September 2021
Handytarife mit Kostenfallen: Diese Mobilfunktricks solltest du kennen, um Abzocke zu vermeiden

Wenn du auf einmal mehr für deinen Handytarif ausgeben sollst, als du geplant hast, solltest du hellhörig werden − damit dein Handyvertrag nicht zu einer Kostenfalle wird.

Denn die Haken an einem Tarif werden mitunter nicht direkt zu Beginn, sondern erst später sichtbar. Welche Fallstricke und Tarif-Tücken gibt es überhaupt? Welche Handytarif-Abzocke ist weit verbreitet?

Wer hat schon Lust aufs Kleingedruckte? Kann ich gut verstehen. Gut, wenn du weißt, mit welchen Mobilfunk-Tricks du es zu tun hast, so tappst du gar nicht erst in die Kostenfalle.
Steffi (Redaktion)
Steffi (Redaktion)

Mobilfunk-Tricks unter der Lupe

Mit ein bisschen Vorsicht kannst du den typischen Mobilfunk-Tricks entgehen:

Kostenfallen wie verpasste Kündigungsfristen, ungewollte Folgekosten durch Zusatzoptionen und Datenautomatik, den Zeitraum für die Erstattung von Cashback, Anschlusspreis oder Rufnummernbonus verpasst, fiese Abofallen.

Wir bei den SmartphoneFreunden weisen dich vor einer Bestellung eines Smartphone-Deals zwar ausdrücklich aufs Kleingedruckte hin − der ein oder andere Anbieter nervt dann aber mit Werbeanrufen und schwatzt dir womöglich »Geschenke« auf, die du später selbst bezahlen sollst.

Reingefallen? Nicht mit uns!

Wenn der Handyvertrag zur Kostenfalle wird

Spätestens wenn sich dein Handyvertrag zur Kostenfalle entwickelt, solltest du ernsthaft handeln.

Der erste Blick sollte dabei immer zuerst auf deine aktuelle Rechnung führen, um die Kosten-Posten zu identifizieren.

Handyrechnung prüfen

So geht es auf Spurensuche: Was berechnet dir dein Mobilfunkanbieter? Und wie setzt sich diese Gebühr auf der Handyrechnung konkret zusammen? Wie kommt’s, dass du plötzlich mehr bezahlen sollst?

15 typische Kostenfallen habe ich hier für dich gesammelt. Inklusive Tipps, wie du diese vermeidest.

Kostenfalle Kündigungsfrist verpasst: Automatische Vertragsverlängerung

1Wer kennt es nicht? Meist schließt du einen Handyvertrag über zwei Jahre ab, vor allem, wenn es noch ein Smartphone dazugibt. Dass du den Handyvertrag kündigen musst, wenn dieser sich am Ende der Mindestlaufzeit nicht automatisch verlängern soll, gerät schnell in Vergessenheit.

Die automatische Vertragsverlängerung ist nämlich Bestandteil von Zweijahresverträgen: Nur wer die Kündigungsfrist von drei Monaten zum Vertragsende einhält kommt nach zwei Jahren raus. Sonst verlängert sich der Vertrag stillschweigend um 12 weitere Monate, kann sich also zu einer ungewollten Kostenfalle entwickeln.

Die Bundesregierung hat ein Gesetz gegen Kostenfallen unter dem Stichwort faire Verbraucherverträge verabschiedet, in der es u.a. auch um verkürzte Kündigungsfristen geht.

Das Problem: Selbst wenn die Anbieter verpflichtet sind, auf den monatlichen Abrechnungen das Datum für den letztmöglichen Kündigungstermin (Achtung: Stichtagsdatum bedeutet, dass die Kündigung beim Anbieter eingehen und nicht erst abgeschickt werden muss) zu vermerken: Schaust du dir deine monatliche Handyrechnung wirklich so genau an?

Tipp: Keine lange Bindung bei SIM-only

Na logo: Wenn du deinen Handytarif fristgerecht kündigst, hast du erst gar nicht erst Probleme mit diesem »Fallstrick«. Solltest du dich für SIM-only-Tarife (also Verträge ohne Handy) entscheiden, raten wir dir, ausschließlich monatlich kündbare bzw. flexibel kündbare Tarife ohne lange Vertragslaufzeit (max. 3 Monate) zu wählen.

Alles andere ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Und so kannst du dich auch jederzeit wieder lossagen, sollte dir bspw. das Mobilfunknetz nicht gefallen.

Zu kündigen, um einer automatischen Vertragsverlängerung zu entgehen, ist übrigens laut einer Studie aus dem Jahr 2020 der Haupt-Kündigungsgrund der Deutschen:

Letzte Aktualisierung: 12.5.2020
Umfrage: Darum kündigen Verbraucher ihren Handyvertrag

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Eine neue Umfrage nennt die wichtigsten Gründe für die Kündigung eines Handyvertrags

Aktionszeitraum für Cashback und andere Rückzahlungen

2Wo wir beim Thema »Verpassen« sind: Die effektiven Kosten für den Tarif sind nur aufgrund von Cashback und anderen Angeboten so attraktiv? Willst du dir Gratiszugaben sichern, den Anschlusspreis zurückholen oder einen attraktiven Bonus für die Rufnummernmitnahme sichern?

Dann achte unbedingt auf den Aktionszeitraum und auf eventuelle Bedingungen, an die Auszahlungen & Co. geknüpft sind.

Tipp: Zeitraum für Cashback und andere Aktionen genau notieren

Am besten trägst du dir eine Erinnerung in deinen Kalender ein, um wichtige Termine nicht zu verpassen.

Denn: Ist der ausgerufene Zeitraum vorbei, wird es nichts mehr mit Auszahlungen oder Rückzahlungen. Verschenktes Geld, sozusagen.

Handy Kostenfalle
Verpasste Termine für Cashback und andere Aktionen können schnell zur Handy Kostenfalle werden

Tarif-Kosten: Du bist überversorgt und zahlst zu viel

3Ein Angebot klingt zu gut, um wahr zu sein? Allerdings: Bist du überversorgt, zahlst du einfach zu viel, egal, wie gut der Deal vermeintlich auch sein mag.

Klar klingt es erstmal spitze, wenn du richtig viel Datenvolumen im Tarif bekommst. Aber brauchst du das überhaupt, gerade in Hinblick auf die Tarif-Kosten?

Wenn du ohnehin selten mobil surfst, reichen vielleicht auch 1 bis 3 Gigabyte, was unter dem Strich dann eben auch günstiger im Monat sein kann. Also: Mach dir noch vor Abschluss Gedanken darüber, was du wirklich brauchst.

Wenn das Bundle doch zu teuer ist …

Ein Bundle aus Handytarif mit Smartphone für nur 1 €? Das MUSS doch ein guter Deal sein, oder?

Nicht unbedingt, schließlich solltest du mit sämtlichen Kosten kalkulieren. Nicht viel geholfen ist dir, wenn die monatliche Grundgebühr dann beispielsweise doch viel zu hoch ist.

Tipp: Den passenden Tarif finden

Zugegeben, so ganz einfach ist es nicht, herauszufinden, welcher Handytarif nun am besten passt.

Bist du dir unsicher, solltest du unsere Bedarfsanalyse checken.

Letzte Aktualisierung: 1.5.2021
Welcher Handytarif passt am besten zu mir?

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Welcher Handytarif ist der passende?

Oder wirf einen Blick in die günstigsten und besten Handytarife.

Letzte Aktualisierung: 1.10.2021
Beste Handytarife im Oktober 2021: Das ist der beste Handyvertrag (Bestenliste)

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Bester Handyvertrag

Grundgebühr steigt nach der Mindestlaufzeit – oder schon davor

4Oft gelten Rabatte für Neukunden nur als Lockmittel für die erste Mindestvertragslaufzeit. Heißt: Nach zwei Jahren steigt die Grundgebühr deutlich an.

Wenn die Diskrepanz zwischen Aktionspreis und Streichpreis (das, was der Tarif eigentlich kostet) allzu hoch ist, ist eine rechtzeitige Kündigung elementar (da wären wir wieder bei Kostenfalle Nummer 1 …).

Die wohl prominentesten Beispiele dafür sind vermutlich mobilcom-debitel und Klarmobil. Wer hier eine Kündigung verpasst hat, bekommt es meist mit ordentlichen Preissteigerungen zu tun.

Und das dann auch noch für ein komplettes Jahr, wenn die automatische Vertragsverlängerung greift. Fies!

Doch auch während der ersten Laufzeit kann sich die Grundgebühr steigern.

  • Während du bei einem Aktionspreis von 0 € für 6 Monate (was dann klein daneben oder nur im Sternchentext steht) noch stutzig wirst,
  • könntest du bei einer Grundgebühr von 4,99 € für 12 Monate (und das wird dann so gut es geht versteckt) schon weniger darüber stolpern, dass der Tarif ab dem 13. Monat mehr kosten wird.

Lass dich also nicht von allzu niedrigen Aktionspreisen locken, sondern hinterfrag diese und wirf einen (ganz) genauen Blick ins Kleingedruckte.

Tipp: Flexible Tarife ohne Preissteigerung wählen

Wenn du eher zur Wechselfaulheit neigst, wähle lieber gleichen einen Vertrag ohne Laufzeit und ohne Preissteigerung aus.

Nicht jeder Flex-Tarif bleibt im Preis immer gleich (auch hier aufs Kleingedruckte achten) − du wirst ihn nur schneller wieder los und der finanzielle »Schaden« bleibt im Rahmen.

Handyvertrag Kostenfalle
Handyvertrag Kostenfalle: Typische Fallstricke sind Drittanbieterdienste und Testabos

Kostenfalle Datenautomatik: 3x teuer nachbuchen

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Eine weitere Kostenfalle ist die Datenautomatik, eine Art Vorab-Vereinbarung, die du zusammen mit dem Vertragsschluss mit deinem neuen Anbieter triffst.

In dieser Bezeichnung schwingt ja vielleicht mit, dass sich dein Anbieter automatisch um frisches Highspeed-Datenvolumen kümmert, sobald du dein Datenvolumen versurft hast. Also nicht in die Drosselung fällst, mit der kein Weitersurfen mehr möglich scheint.

Es wird aber unverhältnismäßig teuer automatisch kostenpflichtig nachgebucht, sofern du einen Tarif mit solch einer Datenautomatik (Paradebeispiel: Drillisch oder Vodafone SpeedGo) erwischt hast. Bis zu 3x nachbuchen, das kann ganz schön ins Geld gehen.

Und das Datenvolumen selbst ist angesichts der Preise mehr oder weniger ein Witz (oder sagen wir treffender: Wucher).

Die gute Nachricht lautet: Eine Datenautomatik lässt sich kündigen (bzw. deaktivieren).

Und ein Lob an Tarife im Telekom-Netz: Hier gibt es erst gar keine Datenautomatik.

Extra-Kosten vermeiden: Datenautomatik deaktivieren

Ganz klar: Die Datenautomatik ist ein altes Relikt der Mobilfunkanbieter und eine potenzielle Kostenfalle. Vor allem, wenn der Tarif nicht allzu viel Datenvolumen bietet.

Achte darauf, diese direkt zu kündigen, oder nutze Datenverbrauch-Apps und lass dich frühzeitig und nicht kurz vor knapp warnen (Stichwort: Datentaktung).

Letzte Aktualisierung: 1.10.2021
Datenautomatik deaktiveren? Kostenfalle oder Komfort-Leistung? (Tipps & Tricks)

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Datenautomatik

Also: Keine Angst vor Tarifen mit Datenautomatik! Du solltest nur wissen, wie man sie wieder loswird, und das schnell!

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Voraktivierte Testoptionen: Nur im ersten Monat gratis, danach kostspielige Abofalle

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Wo wir gerade bei (kündbaren) Zusatzoptionen sind: Vor allem in den günstigen Tarifen von mobilcom-debitel oder Klarmobil / crash, die du über sogenannte Reseller und nicht direkt bei den Providern selbst abschließt, ist das fiese Phänomen der voraktivierten Testoptionen zu beobachten.

Und das funktioniert so: Der Tarif, den du neu abschließt, bietet dir im ersten Monat eine »Try & Buy Option« an.

Die ist erst mal gratis, wenn du sie aber nicht rechtzeitig im Testzeitraum deaktivierst (z.B. über den Online-Kundenservice), fallen dafür ab dem zweiten Monat Extrakosten an − und das womöglich für die kompletten 2 Jahre Handyvertragslaufzeit, du landest quasi in einer Abofalle.

Zu den typischen Testoptionen gehören etwa Kaspersky Security oder YouTV, weniger jedoch Vodafone Secure Net, auch wenn diese Option mit Extrakosten verbunden ist. Die App-Dienste mögen ja vielleicht ganz hilfreich sein, aber möchtest du dafür wirklich monatlich bezahlen? Das macht mitunter den Schnäppchenpreis für einen Vertrag zunichte.

Tipp: Testoptionen sofort (!) kündigen

Hier hilft wirklich nur eins: Testoptionen, sofern ungewünscht, solltest du direkt mit der Bestellung deines Handyvertrags kündigen. Und zwar, sobald dieser aktiviert wird.

Das darfst du auf keinen Fall vergessen. Wir bei den SmartphoneFreunden weisen dich natürlich darauf hin, wenn ein Anbieter entsprechende Tarife mit diesen Testoptionen am Start hat.

Kostenfalle Drittanbieter-Abos: Einmal deaktivieren, bitte

7Neben durchaus praktischen Drittanbieter-Dienstleistungen wie dem Kauf von Parktickets oder Veranstaltungskarten, die dann über die Handyrechnung bezahlt werden, sind Drittanbieter-Abos leider zu einer typischen Kostenfalle geworden.

Schnell ist ein ungewolltes Abo abgeschlossen, zum Beispiel bei Klick auf einen Werbebanner. Damit landest du ungewollt in der Abofalle, die Kosten werden monatlich über die Handyrechnung eingezogen.

Immerhin: Seit 1.2.2020 schreibt die Bundesnetzagentur vor, Drittenbieterabonnements über das sogenannte Redirect-Verfahren abzurechnen. Heißt: Du wirst auf eine neue Seite weitergeleitet, auf der du aktiv den Kauf bzw. Abschluss bestätigen musst. Das soll ungewollt abgeschlossenen Abos den Riegel vorschieben.

Tipp: Mit Drittanbietersperre Zusatzkosten vermeiden

Der beste Schutz: Direkt über deinen Provider kannst du Drittanbieter sperren.

Viele Provider unterstützen auch die Sperre ausgewählter „Kategorien“, so kannst du etwa Spiele- und Klingelton-Abos sperren, den Kauf von Tickets (Bahn, Parkscheine) aber offenhalten.

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In-App-Käufe: Zu schnell in der Kostenfalle

8Obacht am Handy: Mobile Games und andere Apps verleiten dazu, immer mehr Geld auszugeben. Etwa, indem sie bestimmte Hirnareale nach dem Glücksspiel-Prinzip triggern.

Oder Erfolge, besondere Abzeichen, zeitliche Boni oder andere »Leistungen« versprechen. Mag legitim sein, wenn du schnell im Spiel weiterkommen willst. Die Gefahr ist aber groß, dass sich diese Käufe zu großen Beträgen aufsummieren.

Achte auch darauf, ob durch App-Abos monatliche Kosten anfallen.

Bei hohen Rechnungen durch In-App-Käufe helfen die Verbraucherzentralen weiter.

Tipp: Gegen In-App-Käufe Passwortsperre einrichten und Guthabenkarten verwenden

Unter iOS kannst du In-App-Käufe deaktivieren. Bei Android-Handys ist zumindest eine Anpassung möglich: Für Kinder dürfte die Einrichtung einer Passwort-Sperre die beste Lösung sein. So kannst du für Android etwa über den Google-Play-Store in den Einstellungen (siehe Bild) festlegen, alle Käufe durch die Eingabe eines Passwortes abzusichern.

Eine Alternative ist der Kauf von Google Play Karten oder iTunes Karten. Damit kannst du dein Guthaben im Google Play Store oder bei iTunes aufladen. Praktischer Nebeneffekt: Beide Karten gibt es aktionsweise immer mal wieder günstiger.

Das funktioniert dann wie eine Prepaid-Handykarte, sodass du eben nur das Geld verbrauchen kannst, das du selbst auflädst. Neigst du dazu, zu viel Geld auszugeben, bist du so sicherer unterwegs, als wenn du Bankkonto oder Kreditkarte hinterlegst.

Kostenfalle In-App-Käufe
In-App-Käufe: Durch Passwort-Eingabe (im Google Play Store einrichten) lässt sich die Kostenfalle vermeiden

So wird das Handy im Ausland zur Kostenfalle

9Zwar gilt mittlerweile in der EU das regulierte Roaming, du kannst den Handyvertrag also wie Zuhause nutzen. Aber aufgepasst, es gibt Ausnahmen.

  • Außerhalb der EU kann das mobile Surfen oder Telefonieren teuer werden. Auch Auslandspakete sind oft teuer. Beispielhaft habe ich das mal zum Thema Schweiz-Roaming illustriert.
  • Auf Kreuzfahrt oder im Flugzeug fällst du (auch innerhalb der EU) schnell in den sehr teuren Satelliten-Tarif. Hier plant die EU einen besseren Schutz vor hohen Kosten in Flugzeug- und Fähr-Verbindungen.
  • Mailbox-Anrufe im Ausland: Rufumleitungen können im Ausland teuer werden.
  • Teure Ping-Anrufe aus dem Ausland: Eine Zeit lang um 2018/2019 eine problematische Masche: Ping-Anrufe aus dem Ausland klingelten nur einmal bei dir durch. Bei Rückruf wurde es teuer. Mittlerweile hat die Bundesnetzagentur eine Pflicht zur kostenlosen Preisansage für internationale Vorwahlen durchgesetzt, sodass die Wahrscheinlichkeit, in die Kostenfalle zu tappen, reduziert wird.
Tipp: Gut vorbereitet ins Ausland

Vor dem Auslandsaufenthalt kannst du dir kurz Gedanken über deine Handynutzung machen, um gerade außerhalb der EU Kostenfallen zu vermeiden:

  • Eine lokale SIM-Karte vor Ort gekauft, hilft, teure Roamingkosten zu vermeiden.
  • Informiere dich alternativ bei deinem Provider über Auslandspakete.
  • Auf Kreuzfahrt oder im Flugzeug gilt: Handy besser abschalten oder (ebenfalls nicht sonderlich günstige) »Bordpässe« buchen.
  • Mailbox abschalten und auf Rufumleitungen verzichten.

Ungewollte Gebühren: Rufumleitungen trotz Allnet-Flat kostenpflichtig?

10Auch Rufumleitungen können teuer werden, selbst dann, wenn du eine Allnet-Flat gebucht hast und innerhalb von Deutschland telefonierst.

Soll heißen: Lässt du eingehende Anrufe auf eine andere Nummer weiterleiten, zum Beispiel auf dein privates Handy, dann können dafür Gebühren pro Minute anfallen. Die eben nicht von deiner Sprachflat abgedeckt werden.

Tipp: Kosten für Rufumleitungen rechtzeitig checken

Bevor du Rufumleitungen einrichtest, unbedingt die Kosten checken.

Besser: Noch vor Wechsel in einen Tarif das Kleingedruckte überprüfen, falls du Rufumleitungen fest einplanst. Gerade längere Telefonate können sonst trotz Allnet-Flat unangenehm teuer werden.

Kostenfalle Handytarif
Kostenfalle Handytarif: Rufumleitungen und schlechte Taktung können sich schnell zu größeren Beträgen aufsummieren

Die Mailbox als teure Kostenfalle?

11Passend zur Rufumleitung oben: Wenn deine Mailbox aktiviert ist und du eine Nachricht abhörst, besteht nach dem Abhören die Möglichkeit, direkt aus der Mailbox beim Absender anzurufen.

Unglaublich, aber: Selbst wenn du eine Allnet-Flat gebucht hast, können dann Extrakosten anfallen. Wobei die genauen Kosten für Aus-der-Mailbox-Telefonieren oftmals unklar sind.

Im EU-Ausland kommt noch eine weitere Besonderheit dazu: Zwar sind eingehende Mailbox-Nachrichten kostenlos (gemäß EU-Roaming-Regulierung), fürs Telefonieren aus der Mailbox heraus gilt jedoch dasselbe wie im Inland.

Im Nicht-EU-Ausland wird es doppelt schlecht: Bist du nicht erreichbar und hast deine Mailbox geschaltet, zahlst du für die Weiterleitung des Anrufers zu deiner Mailbox mit.

Hier wird so getan, als befände sich die Mailbox mit dir zusammen im Ausland. Fragst du dann deine Mailbox im (Nicht-EU-)Ausland ab, entstehen erneut Kosten (kurioserweise dann zum Mailbox-Server in Deutschland, wie bei einem Anruf).

Tipp: Nicht aus der Mailbox heraus telefonieren

Solange diese Kostenfalle nicht klar reguliert wird, heißt es: Besser nicht nach der Mailbox-Abfrage aus der Mailbox heraus telefonieren.

Und fürs Nicht-EU-Ausland gilt: Auf Reisen am besten immer die Mailbox vorher deaktivieren.

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Teure Sonderrufnummern: Bis zu 3 € pro Minute!

12Wo wir gerade beim Thema Telefonate sind: Viele Servicenummern sind kostenlos. Aber es gibt sie noch immer, die teuren Sonderrufnummern. Gerade die 0900 ist ein typischer Kandidat.

Nummern aus diesem Block können gerne bis zu 3 Euro die Minute oder 30 Euro pro Anruf kosten. Da hilft’s auch nicht viel, wenn nach einer Stunde die Verbindung automatisch getrennt werden muss.

Bei den meisten Providern kannst du Sonderrufnummern sperren.

Hier ein paar gängige Beispiele für Sonderrufnummern:

  • 0900: Premium-Dienste, einst unter der 0190, dürfen bis zu 3 € pro Minute / 30 € pro Anruf kosten
  • Vorwahl 0137: Häufig für Gewinnspiele verwendet, meist 14 Cent die Minute bzw. 50 Cent bis 1 € pro Anruf aus dem Festnetz, aus den Mobilfunknetzen teurer, das wird sich voraussichtlich ab 1.4.2022 ändern (siehe unten)
  • 0180x Nummern: 14 Cent pro Minute / 20 Cent Pro Anruf aus dem Festnetz, 42 Cent pro Minute / 60 Cent pro Anruf aus dem Mobilfunknetz
  • 0800: Servicenummern, kostenfrei aus dem Mobilfunk- und Festnetz

Das könnte sich bald ändern, denn die Bundesnetzagentur erwägt, die Minutenpreise für Rufnummern mit 0137 und 0180 im Mobilfunk an Festnetzpreise anzugleichen:

Letzte Aktualisierung: 1.7.2021
0137 & 0180: Gleiche Preise aus Mobilfunk- und Festnetz?

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Gleiche Minutenpreise für 0180 und 0137 in Mobilfunk und Festnetz geplant

Immerhin, die guten Nachrichten:

  • Warteschleifen bei Sonderrufnummer sind seit Juli 2013 kostenlos
  • für Premium-Dienste gilt eine Preisansagepflicht nach § 66b TKG und § 67 Abs. 1 S. 1 TKG – du erfährst also, wie teuer ein Anruf wird, die Preisansage ist kostenlos
Tipp: Sonderrufnummern besser aus dem Festnetz wählen

Sonderrufnummern sind aus dem Festnetz meist günstiger. Bei der 0180x ist es schon ein Unterschied, ob du nun 14 oder 42 Cent pro Minute bezahlst.

Achte unbedingt auf die Preisansage, die dich über teure 0900-Nummern informiert.

Vorbestellungen mit unbekannter Lieferzeit

13Wie können Vorbestellungen mit langer oder unbekannter Lieferzeit zur Kostenfalle werden? Das ist zum Beispiel relevant, wenn du ein Bundle aus Handy mit Tarif abschließt: Der Tarif wird sofort aktiviert, das Smartphone lässt noch auf sich warten.

Zum Beispiel, weil es Lieferengpässe gibt.

Bekannter Fall: Der Handyvertrag mit Spielkonsole: Nutzer*innen schlossen Verträge ab, um über diesen Umweg noch an eine Playstation 5 zu kommen. Die war aber in einigen Fällen nicht lieferbar.

Tipp: Lieferangaben für Handy und Zugaben beachten

Hier hilft nur eins: Im Zweifelsfall immer auf die Lieferzeitangabe der Shops achten.

Und gegebenenfalls erfragen, ob der Handyvertrag per sofort aktiviert wird.

Prepaidkarten: Kosten durch automatische Aufladung

14Prepaid-Tarife sind eigentlich aufgrund ihrer Flexibilität und Kostenkontrolle beliebt. Bei vielen Providern kannst du allerdings die automatische Aufladung aktivieren.

Etwa, wenn dein Guthaben unter eine bestimmte Grenze sinkt oder aber zu einem bestimmten Termin (wie dem Monatsersten).

Das kann aus zwei Gründen kritisch sein: Erstens kann sich bei regelmäßiger Buchung schnell ein hoher Betrag ansammeln (du lädst etwa regelmäßig automatisch 15 € auf, deine gebuchte Option kostet aber nur 7,99 € je vier Wochen).

Trotz vermeintlicher Sicherheit durch die Prepaid-Karte werden In-App-Käufe oder Drittanbieterabos (siehe oben) zweitens doch teuer für dich – da ja immer wieder neues Guthaben aufgeladen wird.

Tipp: Prepaidguthaben lieber manuell aufladen

Auch wenn es bequem ist: Lade Prepaidguthaben lieber manuell auf, um mehr Sicherheit über deine Ausgaben zu haben.

Hast du eine Option gebucht, bekommst du in der Regel eine Information per SMS, sollte diese aufgrund fehlenden Guthabens nicht verlängert werden können.

Schlechte Taktung: Du zahlst die volle Minute

15Besonders bei Prepaidtarifen relevant: Achte auf die sogenannte Taktung.

Diese gibt an, wann ein Gespräch abgerechnet wird: Je Sekunde oder pro Minute? Bei der verbreiteten 60/60 Taktung wird nach Minute abgerechnet. Eben auch, wenn du nur kurz durchklingelst und das Gespräch nur wenige Sekunden dauert.

Bei Minutenpreisen von meist 9 Cent (bzw. in den meisten Fällen sind ja ohnehin Allnet-Flat oder Minutenpakete gebucht) nur bedingt eine Kostenfalle, bei vielen kurzen Gesprächen im Basistarif können sich die Mehrkosten aber aufsummieren.

Tipp: Taktung beachten

Viele Tarife berechnen die volle Minute (Taktung: 60/60, d.h. sowohl in der ersten Gesprächsminute volle 60 Sekunden als auch ab der zweiten Minute immer jeweils minutengenau), auch wenn Gespräche nur wenige Sekunden dauern.

Die besten Taktung ist 1/1, dort wird sekundengenau abgerechnet.

Nicht zu verwechseln mit 60/1 (oder 30/1), dort werden kurze Gespräche mit der vollen Minute (oder halben Minute) und ab der 61. Sekunde (ab der 31. Sekunde) sekundengenau abgerechnet.

Die Abrechnung »minutengenau« ist also im Grunde die schlechteste Variante.

Informationen zur Taktung findest du im Kleingedruckten oder den Tarifdetails, mitunter allerdings gut versteckt.

Zuletzt noch ein Hinweis: Achte auf die richtigen APN-Einstellungen.

Letzte Aktualisierung: 2.6.2021
APN Einstellungen am Handy einrichten, ändern und prüfen (Anleitung)

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APN Einstellungen

Mein Fazit


Besser gut informiert, als später draufzahlen. So lässt sich der beste Schutz vor ungewollten Handy-Kostenfallen wohl beschreiben. Die Wahl eines guten zu dir passenden Vertrags ist bereits die halbe Miete. Berücksichtigst du dann noch unsere Tipps, kannst du ungewollte Zusatzkosten vermeiden. Du bist doch in die Kostenfalle getappt? Dann noch einmal hier der Verweis auf die Verbraucherzentralen, die in vielen Fällen weiterhelfen können. Einige wichtige Anlaufstellen habe ich unten in den Quellen für dich verlinkt.
Steffi (Redaktion)
Steffi (Redaktion)
Quellen
verbraucherzentrale.de: Beschwerde melden | verbraucherzentrale.de: Kostenfallen bei Smartphones | klicksafe.de: Viele Informationen rund um das Smartphone, u.a. Broschüre »Smart mobil!?« zum Download | verbraucherzentrale.de In-Game- und In-App-Käufe: Wenn virtueller Spielspaß teuer wird | Verbraucherzentrale Hamburg In-App-Käufe fürs Handy: Müssen Eltern zahlen? | verbraucherzentrale: Alle Beiträge zu Mobilfunk und Festnetz | mobilsicher.de: Kostenfallen auf dem Handy: Apps, Abos, Roaming | Stiftung Warentest: Telefonieren ins Ausland: Kontakt halten und Kostenfallen vermeiden | Medienkompetenz Rheinland-Pfalz: Handy und Internet: Tipps gegen Kostenfallen (als PDF, von 2008, aber dennoch lesenswert) Bundesnetzagentur zu Drittenanbietern | Handysektor zum Thema Kostenfallen | Stiftung Deutschland im Plus setzt sich für finanzielle Bildung und gegen Überschuldung ein | Telekommunikationsgesetz (TKG) §66d zu Preishöchstgrenzen für Servicenummern (alle zuletzt am 8.2.2021 abgerufen)
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Von welchen Kostenfallen kannst du in deinen Handytarifen berichten?

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